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Impressionen einer Thailandreise
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Impressionen einer Thailandreise
Thailand200702

Die Caddies erwarten uns schon

Goldener Buddha am Goldenen Dreieck

Buddha2007

Impressionen einer Thailandreise

Da sind nun 13 abenteuerlustige Schaumburger Golfer im Januar nach Thailand gereist, und der interessierte Leser fragt sich: warum bloß, was wollen die denn da, so weit weg vom heimeligen Zuhause?

War es das gewohnt freundliche Wetter, dass sich anfangs des Jahres sonst immer so wohltuend von unseren Klimaverhältnissen unterscheidet? Mitnichten! Nur 27 Grad, statt der erwarteten 33! Und sogar die „Bangkok Post“ bezeichnete die täglichen Temperatur-Stürze mit „cool“ (für Bangkok) bis „cold“ (für Chiang Mai). Ganz zu schweigen von den wirklich coolen Abenden und colden Morgen in Chiang Rai im thailändischen Norden! Und überhaupt die „Bangkok Post“! (Fast) jeden Tag berichtete sie über die gravierenden Baumängel auf dem neuen Airport, nur weil die armen Airport-Manager nicht in der Lage sind, die Rechenfehler der Architekten durch geeignetes Organisieren auszubügeln. „Ausbügeln“ dürfte kaum ausreichen, um die Schäden auf den Rollbahnen und den Zufahrtstraßen zu beseitigen. Hoffentlich dürfen wir am Ende der Reise wieder pünktlich ausfliegen...

Bis dahin mussten dann einige der Mitreisenden mit einem schlecht oder gar nicht gekühlten Weißwein vorlieb nehmen, was weniger anspruchsvolle Gaumen allerdings wenig störte, da es ja das dafür umso erfrischendere Singha-Bier gab! Genussmenschen hatten noch ganz andere, schwerwiegendere Probleme: die Austern waren viel zu fett! Ein Franzose hätte sich sicher mit Abscheu abgewandt und darauf hingewiesen, dass die Welt in Thailand, rein austern-klimatisch betrachtet, auf dem Kopf steht. Also in allen Monaten MIT „r“ bloß keine Austern essen, s´íl vous plait! Und das passiert ausgerechnet in einem französisch geführten Hotel an einem Abend, der sich „Cafe de Paris“ nennt, mon dieu! Ansonsten – um nun endlich zu den positiven Aspekten dieser wunderbaren Reise zu kommen – ist das Sofitel in Hua Hin ein fantastisches Hotel mit einer fantastischen Spa-Abteilung und einer fantastischen Garten-Anlage. Und auch die beiden anderen Hotels, das „D2“ in Chiang Mai und das „The Legend of Chiang Rai“ waren schon Spitzenhäuser, immer gemessen am lokalen Standard, versteht sich!

Und schließlich sollte der Chronist nun die Frage nach dem Warum beantworten und auf den Hauptgrund der Reise eingehen: das Golfspielen bei wunderbaren Temperaturen, fernab von Regen, Eis und Sturm! Und auf wunderbaren Plätzen. (Entschuldigung, wenn der Chronist immer wieder „wunderbar“ oder „fantastisch“ gebraucht. Es passt einfach, immer wieder!) Das begann in Chiang Mai auf den Plätzen Mae Jo, Green Valley, Royal Chiang Mai und Lamphun und steigerte sich in Chiang Rai über den herrlichen Waterford Valley zum absoluten golferischen Höhepunkt der Reise, dem Santiburi Golfclub in der Nähe der alten Königsstadt. Der Chronist weiß hier, wovon er schwärmt! Ca. 350 Vergleichsrunden weltweit kann er hierfür heranziehen! Dieser Platz ist geradezu perfekt, was das Platzlayout angeht, oder den Pflegezustand oder aber auch den Service! Und erst die netten Caddie-Mädels! „Light inside!“, was heißen soll „Right inside“, was soviel bedeutet wie: „Rechte Innenkante“... Man sollte diesen Caddie-Empfehlungen folgen- und schwups, schon ist der Ball im Loch! Manchmal, jedenfalls. Allerdings sollten die erfahrene Golferin oder der geübte Golfer ab und zu doch einmal selbst versuchen, das Grün zu lesen. Schon, damit man es nicht verlernt, denn dann zu Hause wieder nimmt unsereinem das ja auch keiner ab.

In Hua Hin dann für die meisten Teilnehmer (fast alles Wiederholungstäter!) das vertraute Erlebnis mit den schönen Plätzen Majestic Creek, Royal Hua Hin ( etwas abgewirtschaftet), Imperial Lake View, und für einige auch noch der (für Thai-Verhältnisse etwas teure) Springfield, und Palm Hills. Alles angenehm und soft, wäre da nicht noch ein weiterer Kurs, der die Gemüter spaltete. Vorab-Kommentare, wie „den werde ich nie wieder spielen!“ bis „eine golferische Herausforderung, die man nie wieder vergisst!“ sorgten dafür, dass sich dann doch nur fünf Wagemutige auf den „Milford Hua Hin“ begaben, und von dort grandiose Eindrücke, aber auch überwiegend katastrophale Scores mitbrachten. Eddie hatte alle vorher gewarnt: die Grüns sind unspielbar! Und in der Tat, am schlimmsten war das Grün 8. Ein absoluter Puttkünstler, wer hier mit 4 Putts vom Grün ging. Ein Mitspieler hatte stolz seinen Ball mit zwei Schlägen aufs Grün gelegt, um es dann nach 8 Putts zu verlassen! Unser 5er Flight (in Thailand sind selbst 6er Flights keine Seltenheit, insbesondere, wenn Asiaten auf dem Platz sind!) hatte zusammengerechnet 25 Putts absolviert! Also, Milford ist nichts für zarte Gemüter, hier muss man austeilen (große Wasserhindernisse) und einstecken (superschnelle und hängende Grüns) können. Aber wir waren ja abgehärtet, hatten wir doch schon vorher das ehemals opium-verruchte „Goldene Dreieck“, einen an starken Seegang erinnernden Elefantenritt, eine Floßfahrt auf dem Ping-Fluss und eine Fahrt mit einem knochenharten Ochsenkarren überlebt!

Zu guter Letzt hat sich dann sogar noch die Lufthansa in Wiedergutmachung geübt. Nachdem sie einigen Reisenden (angeblich im Auftrag von Thai Airlines) einen saftigen Aufschlag für den Transport des Golfgepäcks abgenommen hatte (der zweite Teil der Gruppe, der am nächsten Tag die Reise antrat, kam ungeschoren davon!), hat sie uns auf der Rückreise zum Ausgleich das Gepäck bis vor die Haustür gebracht. Allerdings erst am nächsten Tag... Aber sehen wir es mal positiv: auf diese Weise haben wir das Gepäck seit dem Verschließen auf unserem Hotelzimmer in Hua Hin bis zu seiner Ankunft zu Hause nicht mehr selbst bewegen müssen. Bei den vielen Mitbringseln ein äußerst angenehmer Nebeneffekt!

 

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